Termine

2018-08-15 GoschArt - Fischerhütte (11:30 - 13:30)
2018-08-18 Hauk - Enzianwirt (14:00 - 16:00)
2018-08-25 Karin Kienberger, Waldfee - Babiol (14:00 - 16:00)
2018-08-26 Walter Nagel, Richard Weihs - Enzianhütte (14:00 - 16:00)
2018-09-02 Monika Zöchling - Knofeleben (11:30 - 13:30)
2018-09-08 Thomas Franz-Riegler - Karl Ludwig Haus (14:30 - 16:30)
2018-09-09 Pepis Bagage - Eicherthütte (14:00 - 16:00)
2018-09-16 Philipp Griessler - Mamauwiese (14:00 - 16:00)

mundARTig Sendung

CD-Rezension: Ketchup is aus (Amerling)

Amerling - Ketchup is aus

Die niederösterreichische Kombo Amerling hat ja bereits 2012 mit ihrem Debüt brilliert. Nun ist unter dem befremdlichen Namen „Ketchup is aus“ ihr zweites Album erschienen. Schaffen sie es auch ohne Schmiere, eine schmackhafte Platte zu kredenzen?

 

Wie gewohnt servieren Amerling ein tadellos produziertes Album, wobei die Zutaten die selben geblieben sind: Breites stilistisches Spektrum, profundes Handwerk, erdig-clevere Texte und das Wechselspiel von weiblicher und männlicher Stimme. Laut Eigendefinition machen Amerling ja „Mundartweltmusik“. Das trifft die Sache recht gut, werden doch so unterschiedliche Felder wie Pop, Jazz, Funk, Rock und Reggae bedient, auch gibt es stimmige Anleihen an heimische Volksmusik sowie Irish Folk. „Wetter in da Türkei“ überrascht zudem mit einem gewagten Mix aus Pop und Balkan-Sound – etwas unglücklich hier nur das Gitarrenriff, das einfach zu sehr an einen gewissen 80er-Hit gemahnt.

Auch textlich wird ein weites Feld behandelt: Mal werden schöne Momente des Alltags- oder Urlaubslebens eingefangen, mal wird es melancholisch, mal geht es – ganz ohne erhobenen Zeigefinger – um Weltanschauliches und mit "Berlin" liefern Amerling eine scharfsinnige und sehr ergreifende Stellungnahme zur Flüchtlingskrise. Für was der fatale Ausfall des Ketchups als Allegorie dient, sei hier aber nicht verraten.

 

Die Songs sind gleichermaßen originell wie eingängig und auch der Mix aus fetzigeren und balladesken Stücken ist gut gewählt. Schade ist, dass bei der letzen Nummer - und auch hier nur im Refrain – ohne erfindlichen Grund ins Hochdeutsche gekippt wird, das wirkt nach zwölf Stücken im Dialekt recht aufgesetzt. Aber Amerling ahnen wohl: Wenn man soweit gehört hat, kann man aber nicht anders, als „Ketchup is aus“ zu mögen und wieder hören zu wollen.

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